Datum: Sonntag, 05. April 2020

Fastengeschichte für Kinder – Anna will auch fasten, doch sie fastet anders

Anna fastet. Sie fastet leise und ganz anders. Sie sagt nicht „Nein danke, es ist Fastenzeit!“, wenn Mama ihr zum Nachtisch einen Pudding mit Schokoladensoße anbietet.
Sie sagt auch nicht „Danke, ich faste!“, wenn Oma ihr heimlich Kekse zusteckt und Opa sie zu einem Kinobesuch einlädt. Auch wenn Papa ihr den Laptop zum Internetsurfen leiht oder mit ihr zusammen eine Sendung im Fernseher ansieht, sagt sie nicht „Nein!“
All diese Leckereien und Vergnügungen genießt Anna mit Freuden und mit viel Spaß.
Trotzdem fastet sie. Mit Worten. Gar nichts sagt Anna mehr. Sie lächelt nur oder nickt oder schüttelt den Kopf.
Anna, das kleine Plappermäulchen, das eigentlich nie schweigen kann, bleibt nun ganz still. Achtsam umgehen möchte sie mit ihren Worten und nicht wie sonst über alles und jedes und jedermann in einem fort reden und plappern und kichern und lästern und schimpfen.
„In der Fastenzeit“, hat Anna beschlossen, „spare ich meine Worte nur für wichtige Dinge auf. Zum Trösten zum Beispiel. Oder wenn ich jemandem in Not helfen möchte, werde ich reden. Das ist eine gute Sache. Worte sind nämlich kostbar.“
„Wortfasten“, murmelt Anna leise, „ist eine sehr anstrengende Sache. Aber ich werde durchhalten. Ehrensache!“
Wenn Anna also nun laut „Oh, das ist aber toll!“ oder „Hm, wie schmeckt das lecker!“ oder „Das ist aber lustig und ich freue mich so sehr!“ sagen will, reißt sie die Augen weit auf und verzieht den Mund zu einer breit lachenden, freundlichen Grimasse. Wenn sie schlicht mit „Ja!“ antworten möchte, nickt sie, und bei einer „Nein“-Antwort schüttelt sie den Kopf. Und wenn sie sauer ist, zornig oder wütend, zieht sie die Mundwinkel nach unten.
Wie ein lebendiger Smiley sieht Anna dabei aus. Ein lustiger oder ernster oder trauriger oder wütender Smiley. Ein Anna-Smiley. Zum Lachen komisch ist der.
Allen in Annas Familie gefällt die Sache mit dem Wortfasten sehr. Es fühlt sich erholsam an, dass Anna nicht wie sonst in einem fort redet und redet und redet.
Und nun, wo die Schule wegen Corona geschlossen hat, Anna nicht mehr am Nachmittag mit den Freundinnen im Haus oder als Gruppe spielen darf, als alle Hobbies wie Sport, Musikstunde, Bastelnachmittag und Kommuniontreffen ausfallen, überlegt sie sich: Wie kann ich jetzt fasten?
Jetzt nichts sagen, wäre dumm. Denn mit Oma kann ich momentan im Altenheim nurtelefonieren, mit meinen Freunden auch oder halt schreiben.
Anna sagt zu sich selbst: “Ich glaube, jetzt kann ich nicht mit meiner Stimme fasten, jetzt faste ich eher beim Zusammensein, gemeinsames Spielen, …
Ich schreibe mal einen Brief und verschicke ihn per Post, ich rufe an, ich bastele was und lege es der alleinlebenden Nachbarin vor die Tür…”

Wer hat noch Ideen? Oder wie fühlt ihr euch bei euren Fastenaktionen? Ideen und rfahrungen können mir gerne geschickt werden per mail und ich verbreite sie per
mail an alle anderen Kommunionkinder der PG Waldrach. 
meine mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Herzliche Grüße
Dorothee Kupczik

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