Datum: Freitag, 29. Mai 2020


aus dem Evangelium nach Markus 14, 12 ff und Johannes 13, 1-15

 

Es gibt am Gründonnerstag gleich 3 Möglichkeiten, sich mit den Kindern diesem Tag zu nähern, ihn besser kennenzulernen und zu spüren, was Jesus wichtig war.

Es sind:

Fußwaschung

Das letzte Abendmahl

Der Verleugnung des Petrus

 

Alles an einem Tag ist sicher zu viel, vielleicht kann man diese 3 Begebenheiten auch in der Karwoche verteilt lesen, oder Sie entscheiden, was passt am besten zu unserem Kind/Familie.

 

Einstiegsfrage/gedanke

- Obwohl heute nicht Muttertag ist, könntet ihr bei der kommenden Mahlzeit mal eure Mama/Papa, ein Schwester oder Bruder… richtig bedienen. z.B. den Tisch decken, Mama das Brot bringen, den Tee einschütten, nachfragen, ob sie noch etwas braucht, wünscht, den Tisch abdecken, aufräumen… Du wirst merken, dass ist ganz schön aufwendig, du musst alles im Blick haben, laufend hin- und herlaufen… und wann kommst du zum Essen?

- Fragt danach doch diejenige oder denjenigen, den ihr bedient habt, wie es ihnen gefallen hat. Was war gut, was komisch, was ungewohnt?

- Und fragt den Papa, oder den Bruder/Schwester, wie sie es empfunden haben, nicht bedient zu werden, sich selbst das Brot zu schmieren, die Milch einzuschütten…

 

Dann hört diese Geschichte aus dem Markus-Evangelium:

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

 

Der Tag war gekommen, an dem in den Häusern das Paschafest gefeiert wurde.

(Das Paschafest ist der höchste jüdische Feiertag, es erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten und viele Menschen reisten auch zur Zeit Jesu nach Jerusalem, um dort gemeinsam zu feiern)

 

In allen Familien wurde das Mahl für den Abend zubereitet. Die Väter schlachteten ein Lamm. Und die Mütter buken ein flaches Brot, das an den Auszug aus Ägypten erinnerte.

Auch Jesus wollte mit seinen Jüngern das Paschamahl halten. Er rief zwei seiner Jünger zu sich und bat sie: “Geht in die Stadt und bereitet das Mahl vor.”

Das taten die Jünger, fanden einen Saal, bereiteten das Paschalamm zu und deckten den Tisch.

An die Tür stellten sie einen Krug mit Wasser und dazu eine Schüssel zum Waschen der staubigen Füße.

(Zu Jesu Zeiten war es üblich, dass man, wie heute, gewaschen zu einem Fest kam. Damals trugen die Menschen offene Sandalen, die Füße waren wieder staubig geworden und so war es die Aufgabe der Diener oder Sklaven im Haus, die Füße der Gäste zu waschen, eine unbeliebte Arbeit!  Damals lagen die Gäste auf dem Boden, auf Matten und aßen zusammen. Also war es schon unangenehm, wenn der Nachbar dreckige Füße hatte.)

 

Gegen Abend kam Jesus mit den anderen Jüngern zum Saal. Als aber die Jünger die Schüssel und den Wasserkrug sagen, wunderten sie sich: “Wo ist der Diener, der ihnen die Füße wäscht?”

Es gab hier keinen Diener. Sollten sie etwa selber diese Schmutzarbeit tun?

“Unmöglich!” sagten sie sich. “Wir sind doch keine Diener!”

So setzten sie sich einfach mit staubigen Füßen zu Tisch.

Da stand Jesus vom Tisch auf. Er sagte kein Wort. Er band sich ein Tuch um, goß Wasser in die Schüssel, trug sie zu den Jüngern, beugte sich zu ihnen herab und fing an, ihnen die Füße zu waschen.

 

Die Jünger waren entsetzt.

Wie, Jesus, ihr Herr und Meister, wollte ihnen die Füße waschen?

Er war doch nicht ihr Diener!

“Aber Herr!” rief Petrus. “Was machst du? Das lasse ich nicht zu, auf gar keinen Fall!”

Doch Jesus entgegnete: “Du verstehst mich nicht, Petrus, noch nicht. Aber bald wirst du wissen, warum ich das tue.”

 

Und Jesus fuhr fort und wusch allen Jüngern die Füße.

Danach stand Jesus auf, trug die Schüssel zurück und setzte sich an den Tisch zu den Jüngern.

“Seht!” sagte er. “Ich bin euer Herr. Und doch habe ich getan, was sonst nur ein Diener tut. So sollt auch ihr Diener sein und einander dienen und helfen.”

Da schwiegen die Jünger beschämt. Sie spürten alle: Dies hatte Jesus für sie getan. Und sie begannen zu ahnen: Bald würde er noch viel mehr für sie alle tun…

 

Vertiefungsfragen:

Überlegt doch mal, welche Gefühle ihr habt, wenn ihr das hört.

Jesus ist sich nicht zu schade, ein Diener für seine Freunde zu sein, ihnen sogar die Füße zu waschen.

Was würde Jesus für uns heute tun?

Im Seniorenheim oder Krankenhaus Menschen pflegen und ihnen gute Worte sagen?

In der Kita die Notbetreuung aufrechterhalten?

LKW fahren mit Lebensmitteln und stundenlang an der Grenze stehen?

Bei einem der Hilfsdienste in unseren Dörfern mithelfen?

Jemanden anrufen, der alleine ist?

Überlegt, wo ihr Dienerin oder Diener sein könnt? (Aber bitte nur etwas, was erlaubt ist oder euch nicht in direkten Kontakt zu Fremden führt!)

 

Herzliche Einladung, zusammen mit eurer Familie nach der Bibelstelle noch ein

Vater Unser zu beten:

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name

dein Reich komme, dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen. (GL 3,2) 

 

Segen:

Lieber Gott, Jesus ist uns ein gutes Beispiel, wie wir anderen helfen können.

Hilf uns dabei, anderen Menschen zu helfen mit den Fähigkeiten, die wir können und die du uns geschenkt hast.

 

Segne uns und alle Menschen, die wir lieb haben

+der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Amen+ (Kreuzzeichen)

 

(Ideen aus dem Buch: “Ab geht die Post” von Birgit Götz)

 

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