Datum: Samstag, 26. September 2020


Liebe Brüder und Schwestern!

Der Vierte Sonntag der Osterzeit ist gekennzeichnet durch das Bild vom Guten Hirten.

Es ist die Halbzeit zwischen Ostersonntag und Pfingsten. Die Evangelien der vorhergehenden Sonntage haben von den Erscheinungen des Auferstandenen berichtet, nun steht die liebende Zuwendung des Gottessohnes Jesus Christus den Menschen gegenüber im Zentrum der Verkündigung. Jesus Christus sucht die Verbindung zu jedem einzelnen Menschen und zeigt den Weg zu einem gelingenden Leben auf.

Wir Menschen leben davon geliebt zu sein. Dies spüren wir besonders in diesen Tagen. Wir erfahren wie wichtig soziale Kontakte sind und sei es das kurze Gespräch beim Einkauf, der Gruß über den Gartenzaun, ein Telefonat... Wir leben vom Wort der Zuneigung. Jesus spricht uns sein Wort der Liebe und des unbedingten Angenommenseins zu. Wo wir uns dergestalt den Mitmenschen zuwenden, nehmen wir teil am Wirken des Guten Hirten. In Jesus von Nazareth ist der Zuspruch Gottes uns Menschen gegenüber sichtbar geworden, hat Gestalt angenommen.

Jesus als der Gute Hirte gibt sich selbst. Er stirbt freiwillig und bewusst für uns Menschen. Er geht für uns in den Tod, damit wir leben. So sind unsere Ängste in dieser Zeit der Corona-Pandemie bereits von Jesus durchlitten worden. Wir stehen nicht allein vor den großen Fragen und Ungewissheiten unseres Lebens.

Jesus kennt uns Menschen. Wir sind ihm zu eigen. Wir gehören ihm nicht wie ein Auto oder ein Kühlschrank. Er kennt uns, indem er uns innerlich annimmt.

Es wird deutlich wie sehr Jesus uns in unserer Freiheit achtet. Ganz gleich wie nahe wir uns ihm verbunden wissen; er zwingt uns nicht in die Verbindung mit ihm.

Er bietet sie uns in aller Freiheit an. Wir sind in dieser Verbundenheit frei und eins zugleich mit ihm. Jesus nimmt uns nicht in Beschlag; er möchte uns zur inneren Freiheit der Entscheidung führen. Jesus bietet uns die Gemeinschaft mit Gott an. Dafür ist er gestorben und auferstanden. So kann jeder Mensch persönlich durch alle Höhen und Tiefen seiner Existenz hindurch in die angebotene Verbindung mit dem Guten Hirten Jesus Christus treten, der dem Menschen das Leben in Fülle schenken will.

Genießen Sie jetzt im Frühling die üppig blühende Natur beim Blick aus dem Fenster oder bei einem Spaziergang. Es ist ein Bild vom Leben in Fülle, das Jesus uns als der Gute Hirt schenken will.

Das Beten des 23. Psalmes (im Gotteslob Nr. 37) bringt diese Zuwendung Gottes in Jesus Christus unnachahmlich ins Wort. Auch die Liedtexte im Gebetbuch Nr. 144 und Nr. 421 greifen dies auf. Das Angefochtensein in den Tagen der Pandemie und der räumlichen Distanz einerseits und die gläubige Zuversicht andererseits spiegeln sich im Lied Nr. 822.

Innerlich mit Ihnen allen verbunden werde ich am Sonntag in der Messe und im Stundengebet (Brevier) beten:

"Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen
als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde,
für die er sein Leben dahingab,
aus aller Not zur ewigen Freude."

Herzlichst Ihr

Ralf-M. Willmes, Pfarrer

54320 Waldrach, 30.04.2020

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