Datum: Dienstag, 25. Februar 2020

auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Waldrach. Die Pfarreiengemeinschaft Waldrach ist der Zusammenschluss von zwölf Pfarreien im Ruwertal, dem Vorderen Hochwald und dem Pluwiger Ländchen.

Das Leben in den Gemeinden wird geprägt von vielerlei Aktivitäten und Gruppen. Dieses Gemeindeleben ist ohne die vielen ehrenamtlich Tätigen nicht denkbar.

 
Auch für Sie ist in dieser Pfarreiengemeinschaft sicher ein guter Platz!

Pfarrer Ralf-Matthias Willmes

 


Geistliches Wort (aus dem Pfarrbrief Nr. 2/2020)

„Der wahre Sinn der Fastenzeit liegt nicht im Verzichten“

So lautet der Titel einer Veröffentlichung von Texten Karl Rahners (SJ), einem bedeutenden Theologen des 20. Jahrhunderts, zur Fastenzeit.

Er bezieht sich dabei auf die 40 Tage andauernde Fastenzeit, die Jesus in der Wüste vor dem Beginn seines Wirkens in der Öffentlichkeit und somit auch vor Beginn seiner Verkündigung des Reiches Gottes durchlebt. Selbstgewählt sucht Jesus „vor dem Bad in der Menge“ die Einsamkeit der Wüste, um Gott zu finden und ihm nahe sein zu können. Er sucht das Gebet, er fastet und nimmt in den für Körper und Geist bedrohlichen Bedingungen der Wüste, sich selbst und seine menschliche Existenz wahr. Er verzichtet auf alle Annehmlichkeiten, er leidet Hunger, er leidet Durst. Er spürt die unnachgiebige Hitze der Sonne auf seiner Haut, der er schutzlos ausgeliefert ist. Vielleicht fühlt er sich dem Tode sogar näher als dem Leben.

Als Gottes Sohn hätte er sich jederzeit aus dieser Lage befreien können. Diese Macht hätte er besessen, was der Teufel ihm auch mehrmals vor Augen führt. Jedoch lässt Jesus sich nicht in Versuchung führen, sondern entscheidet sich, wie ein Mensch diese Wüstenerfah­rung zu machen, und er vertraut auf Gott, dass dieser ihn im Leid begleitet und vor dem Tod beschützt. Und dies tat Gott, denn sonst wäre Jesu Wirken zu Ende gewesen. Dann wäre die Frohe Botschaft niemals verkündet worden. Am Ort größter Verlassenheit und größtmöglicher Bedrohung menschlichen Lebens lässt sich demnach die Freundschaft und Liebe Gottes (er) spüren.

Nun soll dies aber nicht bedeuten, dass wir uns in die reale Wüste begeben müssen, um Gott zu begegnen. Vielmehr können wir die Fastenzeit dafür nutzen, um Momente zu suchen, in denen

• wir uns von der Hektik des Alltags distanzieren,

• wir unseren Sinnen, die unentwegt beansprucht werden, eine Pause gönnen und

• wir uns von den vielfältig zu erbringenden Leistungen teilweise befreien.

Auf Ablenkungen verzichten und die „Wüste“ in Form von freigewählter Einsamkeit, Schweigen und Ruhe suchen,

• um uns selbst zu spüren,

• um Energie zu tanken und

• um zu Gott zu finden.

Dazu lädt uns unser Glaube ein: im Stillwerden und „Nichtstun“ auf Gott zu warten, die „Wüs­te“ zum Sprechen zu bringen und Gottes Stimme zu hören.



 

Ihre Natalie Uder, Gemeindeassistentin

 
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